Der Rattenfänger von Hameln

Entstehung

Schon seit seiner Jugend faszinierte Sami Hammi die deutsche Sage "Der Rattenfänger von Hameln".

Er hatte seit einigen Jahren die Idee, daraus ein abendfüllendes Musical zu schreiben.

 

Diese Sage ist, wie für diesen Erzähltyp typisch, relativ kurz.

Bis heute haben sich wenige Autoren an die Sage des Rattenfängers gewagt, was mitunter daran liegen mag, dass der Protagonist aufgrund der Kinderentführung aus der Stadt Hameln gegen Ende der Geschichte sehr negativ behaftet ist und es somit kein Happy End gibt.

 

Der Stoff ist bisher in zeitgenössischer Form als Oper in 11 Bildern ("Der Rattenfänger - ein Hamelner Totentanz") von Michael Ende und als 45-minütiges Open-air-Musical in Hameln selbst ("Rats") erschienen. Des Weiteren gibt es einige wenige Verfilmungen.

 

Sami gefiel die Idee, diese Geschichte weiter, tiefer und familientauglich zu erzählen und sie wieder einem breiten Massenpublikum vertrautzumachen. Es wurden originäre Figuren dazu erfunden und die Story mit folgenden Elementen angereichert:

 

  • Darstellung der zeittypischen Ständegesellschaft
  • Machtmissbrauch durch die Obrigkeit, insbesondere der Kirche
  • Heldenreise nach dem Vogler-Prinzip
  • Einbindung einer Liebesgeschichte
  • positiver Ausgang der Geschichte
  • Erzählerperspektive durch zwei Spielmänner

 

Sein Ziel war es, der negativ behafteten Figur des "Rattenfängers" positive Charakterzüge zu geben und seine menschliche Seite darzustellen, so dass die innere Zerrissenheit und Enttäuschung hervorgearbeitet werden kann. Die Zuschauer sollen für die Hauptfigur Empathie entwickeln und seine "Reise" verstehen und begleiten wollen. 

 

Darüber hinaus sollte das vorgeblich "düstere" Mittelalter als malerisch und bunt, sowohl durch die Geschichte mit ihren einzigartigen Charakteren als auch durch die Musik, dargestellt werden.

 

Bei der Stilistik der Musikkomposition hat Sami sich für die zeitlose Musical-Variante in alt-bewährter Disney-Tradition entschieden. Er greift hier auf das klassische Symphonieorchester zurück, angereichert mit mittelalterlichen Elementen, sowohl in der Instrumentierung wie z.B. der Schalmei und der Garklein als auch in der Sprache der Harmonien, wie z.B. der dorischen Kirchentonart, welche mitunter maßgebend für diese Zeit war.

Das Musical ist vorrangig für die große Bühne konzipiert.

 

Als Kulisse ist hauptsächlich der Marktplatz von Hameln vorgesehen. Zusätzliche Spielorte sind: Rathaus , Kirche, Wald, Kerker, Schlafgemächer.

 

So ist schlussendlich ein zweistündiges populäres Musical am Entstehen.